2011

(on the road again)

16. dezember  -  internet/ helheim, leipzig
unloved veröffentlicht hochoffiziell das video zu "saviour" (siehe unten). natürlich darf sowas nicht einfach schnöde runtergespult werden, also gibt es in leipzigs crossovermäßigsten location, der literatur- und metalkneipe helheim, ein kleines aber feines akustikprogramm unter dem motto "please don't tell the jazz police!". die kollegen vom miezenapparat stimmen mit ausgewählten standards ein, es folgt die premiere des clips auf leinwand und anschließend quetschen wir uns durch den proppevollen saal in richtung bühne. schon wieder mit unterstützung von falk von sic(k)reation, diesmal an der zweiten akustikgitarre, interpretieren wir alte und neue titel unplugged. garantiert untrue, sowohl aus perspektive von metal als auch von jazz.


25. august  -  4rooms, leipzig
wir proben gerade entspannt das kommende akustikset, da klopft es an der tür. unseren proberaumnachbarn deadend in venice ist für ihr heutiges konzert der headliner verlorengegangen. irgendwo auf der autobahn oder wo auch immer einem der tourbus abschmiert. es folgt einer der großartigen improvierten abende, die man nur in diesem buisness erlebt - gar keine frage, daß wir noch kurz vor veranstaltungsbeginn unseren krempel durch die halbe stadt karren und das line-up retten. als dritte im bunde waren ripley.



20. august  -  volkshaus, leipzig
nazidemo in leipzig, gegendemo mit kulturprogram, d
ann wird alles verboten. jeder legt einspruch ein, stündlich ändert sich die lage - kurzum: es herrscht vollendetes chaos. am ende spielen wir im volkshausgelände vor einer hand voll engagierter nazigegner. irgendwie schade, denn ursprünglich sollten wir in hörweite von frank rennicke, dem alten sack, spielen. diese guitarbattle wäre ein wahrer kultureinsatz gewesen. progressiven crossover für aufgeschlossene ohren und herzen hätte es geregnet, während die nazis pflichtbewußt zu ödem geklampfe hätten schunkeln müssen. na, da hat der frank nochmal glück gehabt...


18. juni  -  richard-wagner-hain, leipzig
unloved unternimmt zusammen mit 35 weiteren bands aus leipzig und umgebung einen weltrekordversuch: elf stunden am stück das längste live-medley zu spielen. es hat geklappt, aber der rekord hielt nur eine stunde, denn in köln hatte man anläßlich des 40. geburtstages einer location die gleiche idee. mit 40 bands und 12 stunden programm am selben tag. dumm gelaufen, aber dabei sein ist alles!

 

24. april  -  stadthalle, zwickau
zwickau, "schmelztiegel der kulturen und brutstätte der popkultur", wie die kollegen von laternen-joe verschmitzt lobten. zwickau ist die stadt, die erfolgreich großereignisse wie das with-full-force oder das internationale trabitreffen vertrieben hat, die stadt, die renomierte locations wie den "alarm" mit stupiden auflagen zur aufgabe gezwungen hat, die stadt, die sich von scientologen an der nase herumführen ließ, die stadt, die sich seit über einem jahrzehnt die einst so wegweisenden tage der jugend nicht mehr leistet, die stadt, die nun wegen eines anwohnerstreites vorerst keine betriebsgenehmigung für ihre freilichtbühne mehr bekommt. nun haben sich die bürger endlich aufgerafft, eine initiative zur rettung der freilichtbühne gegründet. als alte exil-zwickauer haben wir uns nicht lumpen lassen und das ganze im rahmen eines benefizkonzertes unterstützt. das ganztägige programm war erstklassig, das signal wohl trotzdem nicht das erwünschte. denn zwickau ist auch die stadt, wo pünktlich um halb sieben alle heimgehen um abendbrot zu essen. und nicht wiederkommen.

 

2. april 2011  -  extreme drumers universe festival, halle 5, leipzig
leipzig ist eine ödniss, was schlagzeugworkshops angeht. diese erkenntnis sprang einem förmlich entgegen, wenn man den proppevollen raum betrat. mit zwanzig bis dreißig interessenten hatte der veranstalter gerechnet. gekommen waren 70, um sich von fünf schlagzeugern des extreme-drummers-universe-netzwerkes ein paar tricks abzuschauen. darunter selbstverständlich auch clemens, der neben redundancer gleich noch zwei brandneue september-murder-songs sezierte.

Am abend dann füllte sich der saal erneut, diesmal für den konzertteil mit extinctionist, the last hangmen, dying humanity und natürlich unloved. man ahnt es schon - unloved war stilistisch eher ein ausreißer. aber da der fokus auf virtuoses drumming lag, wurde das billing trotzdem rund. einen totalausfall des monitorings, der sich schon in den workshops abzeichnete, wollen wir nicht verschweigen. statt des gesangs spuckten die bühnenlautsprecher übersteuerte kakophonien aus. shya fackelte nicht lang, ketterte von der bühne und sang das halbe set im publikum.

 

8. februar 2011  -  swimmingpool, schaubühne lindenfels, leipzig
der swimmingpool im leipziger westen ist eine noch junge, aber sehr schöne tradition. einmal im monat wird eine junge leipziger band eingeladen und darf sich ihren co-headliner selbst aussuchen. wir fühlen uns geehrt, dass die jungs von mount fuji dabei an uns gedacht haben. hübsch ist auch das ambiente. zwischen den konzerten steigen die bands zum moderator ins mit bällen gefüllte aufblasbare planschbecken und plaudern aus dem nähkästchen.

 

2011